Die Cyanotypie ist ein so genanntes Negativ -Positiv- Kopierverfahren. Es erzeugt die für die Cyanotypie typischen Blauen Bilder, weswegen diese Technik auch Blaudruck genannt wird. Früher wurde fertig konfektioniertes Papier vertrieben. Die heutigen "Edeldrucker" dagegen sensibilisieren ihr Papier selbst. Grundlage hierfür ist eine Mischung aus Ammoniumeisen (III) -citrat und Kaliumferricyanid. Die Papiere können bei Raumbeleuchtung beschichtet werden, da die "Entwicklung" der Bilder erst durch die Einwirkung von UV-Licht, entweder direktes Sonnenlicht oder Höhensonne erfolgt. Die Zeiten variieren sehr stark zwischen ca. fünf Minuten bei UV-Belichtung und bis zu mehreren Stunden bei schwächerem Sonnenlicht Ursprünglich entwickelt wurde die Cyanotypie durch den Naturwissenschaftler Sir John Herschel im Jahre 1842. Er prägte u.a. Begriffe wie “Negativ”, “Positiv” und “Photografie”. Zunächst wurde die Cyanotypie hauptsächlich benutzt, um Pflanzen möglichst naturgetreu wiederzugeben. Die Farbe fand seinerzeit jedoch nicht nur Anerkennung. Viele Kritiker waren der Meinung, dass diese Darstellung zumindest sehr gewöhnungsbedürftig sei. Die blaue Farbe ist übrigens auch als "Preußisch Blau" bekannt. Auch der Begriff der "Blaupausen" geht auf dieses Verfahren zurück und ermöglichte Kopien lange bevor es die heute gebräuchlichen Fotokopiergeräte gab interessanterweise findet der Blaudruck mit zunehmender Digitalisierung der Fotografie eine regelrechte Renaissance. Grund hierfür könnten unter anderem die kreativen Möglichkeiten sein, die diese Fototechnik bietet. Zwar können auch hier beliebig viele Kopien der einzelnen Negative erstellt werden, jedoch hat im Gegensatz zu den modernen PE-Prints jeder Abzug seine ganz eigene Ausstrahlung. Sehr gut beschrieben und mit reichlich Bildern versehen ist übrigens das sehr empfehlenswerte Buch von von Tony Worobiec und Ray Spence, Monochrom und weitere Kunst-Printing-Techniken, Augustusverlag 2000, ISBN: 3-8043-5140-9 Cyanotypie kunstprinting